Ob in Kunst oder Mode – Textil ist mehr als Material: Es ist indivi­du­eller Ausdruck, Geschichte und Identität.

In der vergan­genen Ausstel­lung Małgorzata Mirga-Tas. Eine alter­na­tive Geschichte wurde Textil zum Medium für Zugehö­rig­keit, Zusam­men­ar­beit, Erinne­rung und Empower­ment. Zwischen Farben und Mustern erzählte die Künst­lerin von Familie, Gemein­schaft und Stärke, aber auch von Ausgren­zung als margi­na­li­sierte Rom*nja-Minderheit.

Auch der 25-jährige Designer Amin Eilzadeh nutzt Textil als Ausdruck von Identität und Selbst­er­mäch­ti­gung. Der Autodi­dakt gründete 2020 sein Label POOR[arzhan]GY. Er zählt zu den Top 5 Young Fashion Designern der Berliner Fashion Week 2026 und zeigte im Februar seine Kollek­tion „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ als Inter­ven­tion in der Gemäl­de­ga­lerie des Kunst­fo­rums Berlin.

Bild: Young Generation
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In seiner Arbeit beschäf­tigt sich Amin intensiv mit gesell­schaft­li­chen Normen und Formen der Klassi­fi­ka­tion. Er versteht sich dabei nicht als klassi­scher Modede­si­gner, sondern als jemand, der neue Perspek­tiven eröffnet und Denkan­stöße gibt. Seine Arbeiten hinter­fragen bestehende Struk­turen und zeigen vertraute Elemente in neuen Kontexten.

Ein zentrales Element seiner Praxis ist das Spiel mit unter­schied­li­chen Blick­win­keln und Bedeu­tungen. Durch das Neukon­tex­tua­li­sieren von Materia­lien und Formen verändert er ihre Wahrneh­mung und erweitert die textile Erzählung. Dabei roman­ti­siert er bewusst Funktio­na­lität sowie Prakti­ka­bi­lität und übersetzt prakti­sche Elemente in eine poetische, emotio­nale Designsprache.

Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
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Amin verbindet klassi­sche Silhou­etten mit einer sport­li­chen, modernen Ästhetik und schafft so eine zeitge­nös­si­sche Inter­pre­ta­tion von Mode, die zwischen Konzept, Alltag und kultu­reller Reflexion vermit­telt. Seine Arbeit lädt dazu ein, Kleidung nicht nur als Produkt, sondern als Ausdruck von Haltung, Identität und gesell­schaft­li­chem Dialog zu verstehen.

Beim Kreativ­work­shop „DATIV-GENITIV“ am 27. Februar 2026 im Studio des Kunst­mu­seum Wolfsburg trafen Kunst und Fashion direkt aufein­ander.
Nach einer Führung durch die Ausstel­lung von Małgorzata Mirga-Tas mit Young-Genera­tion-Orga-Mitglied Paul Reckardt sprachen Amin Eilzadeh und Maver Kolosoglu, Sprecherin der Young Genera­tion, über seinen Weg in die Mode sowie über seine künst­le­ri­sche Praxis.
Im anschlie­ßenden Workshop gestal­teten über 25 Teilnehmer*innen kleine textile Acces­soires im Stil von POOR[arzhan]GY. Verschie­dene Stoffe, Materia­lien und Werkzeuge standen bereit und die kreativen Ergeb­nisse sprachen für sich.

Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk
Bild: Nando Kukuk

Die Veran­stal­tung wurde ehren­amt­lich von der Young Genera­tion, dem jungen Freun­des­kreis des Kunst­mu­seum Wolfsburg, organi­siert. Sie setzt sich für ein junges, diverses und inklu­sives Programm am Kunst­mu­seum Wolfsburg ein. Ein großer Dank geht an den Freun­des­kreis des Kunst­mu­seum Wolfsburg e.V. und an das Team vom Kunst­mu­seum Wolfsburg für die finan­zi­elle und ideelle Unterstützung.

Titelbild: Nando Kukuk