Großer Erfolg für die regionale Kunst­för­de­rung rund um Wolfsburg: Der nigeria­ni­sche Künstler Ken Nwadiogbu, Teilnehmer der Werkstatt­woche Lüben 2025 wurde mit dem renom­mierten Young Genera­tion Art Award 2026 des Monopol Magazins und der Degussa Gold ausgezeichnet.

Der inter­na­tional ausge­schrie­bene Preis, der bereits zum zweiten Mal vergeben wurde, würdigt heraus­ra­gende junge Positionen der zeitge­nös­si­schen Kunst. Aus über 400 Bewer­bungen setzte er sich durch. Die Konkur­renz war groß, die Auswahl hart: Aus einer Shortlist von fünf Künstler*innen wählte die Jury – bestehend aus Yilmaz Dziewior (Direktor des Museum Ludwig in Köln), der Kuratorin Maya Heckel­mann (verant­wort­lich für das Kunst- und Kultur­spon­so­ring bei Degussa) sowie Monopol-Chefre­dak­teurin Elke Buhr – den in London lebenden nigeria­ni­schen Künstler Ken Nwadiogbu aus.

Die Expert*innenjury begrün­dete ihre Entschei­dung: „Nwadiogbus Werke überzeugten durch techni­sche Virtuo­sität, emotio­nale Tiefe und gesell­schaft­liche Relevanz. Er kombi­niert meister­haft ausge­führte hyper­rea­lis­ti­sche Figura­tion mit expres­siven abstrakten Hinter­gründen und verortet sich so auf komplexe Weise in der maleri­schen Moderne. Mit leuchtend gelb gehal­tenen Porträts ehrt er die Mitglieder der Schwarzen Community und lässt sie strahlen. So schafft er auf beein­dru­ckende Art und Weise eine Verbin­dung zwischen nigeria­ni­schem Erbe und moderner Kunst, die bewegt und inspi­riert.“ Die oft schwie­rige Realität der Migration werde gekontert durch die selbst­be­wusste, starke Präsenz seiner Protago­nisten. In manchen Werken setzt er dies formal um, indem er auf der Rückseite von Akwete – einem tradi­tio­nellen handge­webten nigeria­ni­schen Stoff – malt und so ein doppeltes Kunstwerk schafft.

Der Künstler nahm im Sommer 2025 an der Werkstatt­woche Lüben teil und nutzte die Zeit in der Künst­ler­re­si­denz im Rundlings­dorf, um seine künst­le­ri­sche Praxis weiter­zu­ent­wi­ckeln und sich mit Künstler*innen aus aller Welt auszu­tau­schen. Die Werkstatt­woche Lüben fördert seit 1991 junge Kunst­schaf­fende aus dem In- und Ausland in der Region Nieder­achsen. Ziel ist es, künst­le­ri­sche Arbeit mit inter­kul­tu­rellem Austausch und regio­naler Vernet­zung zu verbinden.

Erstmals war 2025 die Young Genera­tion, der junge Freun­des­kreis des Kunst­mu­seum Wolfsburg e.V., als Student-Jury für die Werkstatt­woche beteiligt und führte zudem ehren­amt­lich Kreativ­work­shops vor Ort durch. Dino Steinhof, wissen­schaft­li­cher Referent des Direktors des Kunst­mu­seum Wolfsburg, wählte Nwadiogbu unter die Finalisten. „Dass Ken nun diesen inter­na­tional beach­teten Preis erhält, ist ein großer Gewinn für die Region und ein Beweis für die Qualität der Förderung vor Ort“, so Friedo Stell­feldt, Leiter und Koordi­nator der Werkstattwoche.

Neben einem Preisgeld von 10.000 Euro erhält Ken Nwadiogbu eine Einzel­aus­stel­lung auf der Frieze London 2026, eine der weltweit führenden Kunst­messen für zeitge­nös­si­sche Kunst sowie eine inter­na­tio­nale Wander­aus­stel­lung in Deutsch­land, Frank­reich und der Schweiz – „ein Lebens­traum“, so der Künstler, der am Royal College of Art in London seinen Master in Malerei absol­vierte. Die Finalist*innen der Shortlist erhielten jeweils ein Ausstel­lungs­ho­norar von 3.000 Euro. Die glamou­röse Preis­ver­lei­hung fand am 19. Februar 2026 im 5‑Sterne-Hotel de Rome in Berlin statt.

„Solche Erfolge zeigen, wie wirkungs­voll ehren­amt­li­ches Engage­ment und insti­tu­tio­nelle Koope­ra­tion in der inter­na­tio­nalen Nachwuchs­för­de­rung sein können“, betonte Ann-Cathrin Knust, Programm­lei­terin der Werkstatt­woche Lüben. Auch Maver Kolosoglu, Sprecherin der Young Genera­tion, hob die Bedeutung des Preises für die weitere künst­le­ri­sche Karrie­re­ent­wick­lung hervor. Dr. Andreas Beitin, Direktor des Kunst­mu­seum Wolfsburg, der ebenfalls bei der Verlei­hung in Berlin anwesend war, gratu­lierte herzlich zu diesem beacht­li­chen Erfolg für die regionale Kunstszene.