Meine Utopie ist…

Vor dem Hintergrund der aktuellen Polykrise auf unserem Planeten zeigte die Ausstellung Utopia. Recht auf Hoffnung zahlreiche Künstler*innen, die mit ihren Werken Beispiele für Lösungen aufzeigen und Zukunftsvisionen vorantreiben. Ergänzend lud die Kunstvermittlung des Kunstmuseum Wolfsburg die Besucher*innen ein, die Ausstellung durch ihre persönlichen Utopien zu ergänzen.


Während des Rundgangs konnten Interessierte ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft auf kleinen Zetteln in aller Kürze notieren und ans Geländer einer Treppe hängen. Mit der wachsenden Menge der Zettel füllte sich das Geländer in der Ausstellungshalle. Die Utopien der Besucher*innen wurden zu einem sichtbaren Statement für die Zukunft.

Meine Utopie ist… Frieden, kein Krieg, friedliches Miteinander, gutes Leben für alle, Diversität, Liebe für alle, absolute Gleichberechtigung, Leben im Einklang mit der Natur, kein Tierleid und Gesundheit. Dies sind die Top10-Wünsche, wie die Auszählung der Zettel nach dem Ende der Ausstellung ergab.

Etwa 1500 Besucher*innen nahmen an dem Angebot teil. Die Auswertung zeigt, dass mit mehr als 400 Nennungen Frieden, eine Welt ohne Krieg, eine gewaltfreie Welt und eine Welt ohne Angst zentrale Wünsche sind. Das Wort Frieden wurde von mehr als 230 Teilnehmenden am häufigsten gewählt, gefolgt von Welt ohne Krieg.
Werden die Nennungen auf die Cluster der Ausstellung bezogen, so überwiegen mit 38 % utopische Wünsche im Bereich Demokratie und Globale Gerechtigkeit: Absolute Gleichberechtigung, Rechtsextremismus stoppen, Gerechtigkeit, kein Hass und die Sicherung der Menschenrechte werden hier genannt, ebenso eine Politik im Interesse der Menschen, Freiheit und Demokratie.
Eine gerechte Ressourcenverteilung ist mit Vorstellungen einer Welt ohne Geld, finanzieller Sicherheit, ohne Armut oder Hunger verbunden.


27 % der Aussagen können dem Cluster der Individuellen Utopien und Gemeinschaften zugeordnet werden. Genannt wurde hier Respekt, Menschlichkeit, Akzeptanz, Empathie, Verständnis, Toleranz und Hilfsbereitschaft, wobei gegenseitiger Respekt mit Abstand am häufigsten genannt wurde.
Etwa 12 % der Beteiligten benennen Aspekte aus dem Cluster Recht auf Zukunft. Hier verbinden sich die individuellen Utopien mit Begriffen wie friedliches Miteinander, Diversität, Liebe für alle, Familie und Freunde und gemeinsamer Diskurs.

Weitere 14 % beziehen sich auf das Cluster Natur und Nachhaltigkeit: Während Innovation kaum eine Rolle spielt, wünschen sich in diesem Segment mehr als 20 % der Besucher*innen ein Leben im Einklang mit der Natur. Im Mittefeld finden sich Umwelt- und Klimaschutz, Verkehrswende und nachhaltige Stadtentwicklung wieder.
Wie lassen sich die zahlreichen Wünsche und unterschiedlichen Nennungen zusammenfassen? Ergibt sich nach der Auszählung eine Utopie der Besucher*innen? Da es sich bei dem Partizipationsprojekt nicht um eine Umfrage handelt, sondern um die Möglichkeit eine persönliche Utopie sichtbar werden zu lassen, ergibt sich bei aller Individualität folgender Wunsch als Statement der Teilnehmenden für die Zukunft: ein Leben in Frieden, ohne Krieg und Hunger, in der das friedliche Miteinander durch Respekt voreinander geprägt wird und ein Leben im Einklang mit der Natur möglich ist.



Fotos: Marek Kruszewski