Was unter­scheidet eine Fantasie von einer Straftat? Und warum werden Menschen mit gewalt­vollen Fantasien häufig vorschnell verurteilt?

Im Rahmen von Volks­wagen Group Art4All ist am 26. August die Krimi­nal­psy­cho­login und Autorin Lydia Benecke zu Gast im Kunst­mu­seum Wolfsburg.

Mit ihrem Vortrag „Zwischen Traum und Alptraum – Warum nicht jede Fantasie zur Tat führt“ widmet sie sich einem Thema, das viele Menschen bewegt und zugleich von zahlrei­chen Vorur­teilen begleitet wird.

Bekannt aus zahlrei­chen Medien­for­maten sowie als Autorin und Psycho­login beschäf­tigt sich Lydia Benecke seit vielen Jahren mit den psycho­lo­gi­schen Hinter­gründen schwerer Straf­taten. In ihrem Vortrag zeigt sie wissen­schaft­lich fundiert auf, warum gewalt­volle oder sexuell belas­tende Fantasien nicht zwangs­läufig zu einer Straftat führen und weshalb eine diffe­ren­zierte Betrach­tung wichtiger ist als vorschnelle Urteile.

Zwischen Traum und Alptraum – Warum nicht jede Fantasie zur Tat führt

Die deutsche Krimi­nal­psy­cho­login und Autorin Lydia Benecke, bekannt aus zahlrei­chen Medien­for­maten wie dem ARD Podcast „Melody of Crime – Große Krimi­nal­fälle im Kultur­be­reich“, spricht über Menschen, die Fantasien als sexuell erregend erleben, die für die meisten Außen­ste­henden emotional nur schwer erträg­lich sind.

In ihrem Vortrag widmet sie sich diesem Thema aus einer diffe­ren­zierten wissen­schaft­li­chen Perspek­tive und setzt sich kritisch mit der weitver­brei­teten Annahme ausein­ander, dass solche Fantasien zwangs­läufig in einer Straftat münden müssten. Aufse­hen­er­re­gende Krimi­nal­fälle der Vergan­gen­heit – etwa die Mordserie um Jack the Ripper –, die immer wieder medial aufge­griffen werden und sich tief ins kollek­tive Gedächtnis einge­schrieben haben, tragen dazu bei, die Vorstel­lung zu verfes­tigen, dass Menschen mit gewalt­vollen Fantasien diese zwangs­läufig ausleben wollten und „Monster“ oder „Bestien“ in Menschen­ge­stalt seien.

Lydia Benecke arbeitet sowohl mit Tätern, die auf der Grundlage gewalt­tä­tiger Fantasien Verbre­chen begangen haben, als auch mit Menschen, die mit gewalt­tä­tigen Sexual­fan­ta­sien leben, ohne sie jemals in die Tat umzusetzen. Nicht emotional erzählend oder moralisch bewertend, sondern sachlich und wissen­schaft­lich fundiert unter­sucht die Psycho­login das Fühlen, Denken und Handeln betrof­fener Personen, um zu ergründen, welche Faktoren zu schwer­wie­genden Straf­taten führen – und welche eben nicht.

Neben dem Vortrag erwartet die Besucher*innen ein abwechs­lungs­rei­ches Programm mit Führungen durch die Ausstel­lung On Nervous Grounds. Zwischen Wahn und Wirklich­keit sowie einem Kreativen Atelier für alle Altersgruppen.

Programm

16 bis 21 Uhr
Freier Eintritt

16.15, 17.15 und 19.15 Uhr
Führungen durch On Nervous Grounds. Zwischen Wahn und Wirklichkeit

16.30 bis 18.30 Uhr
Kreatives Atelier – Entdecke die Magie von Licht­farben!
Mit Hilfe der Sonne in verschie­denen Farben überra­schende Bilder entstehen lassen. Mit Sonnen­licht und spezi­ellen Materia­lien gestalten wir gemeinsam einzig­ar­tige Drucke. Kreati­vität reicht – Vorkennt­nisse sind nicht nötig.

18 Uhr
Vortrag mit Lydia Benecke
„Zwischen Traum und Alptraum – Warum nicht jede Fantasie zur Tat führt“

Credit: Manfred Esser