Mit der Ausstel­lung Iryna Vorona. Im Angesicht des Krieges ist ab dem 27. Februar 2026 eine eindring­liche künst­le­ri­sche Position in Berlin zu sehen, die sich mit den unmit­tel­baren Auswir­kungen des russi­schen Angriffs­krieges auf die Ukraine ausein­an­der­setzt. Die Ausstel­lung entsteht in Koope­ra­tion mit dem Kunst­mu­seum Wolfsburg und wird in der Kommu­nalen Galerie Berlin präsentiert.

Zuvor war die Ausstel­lung im Kunst­mu­seum Wolfsburg zu sehen. Dort bildete sie einen zentralen Beitrag zur Ausein­an­der­set­zung mit zeitge­nös­si­scher Kunst im Kontext politi­scher und gesell­schaft­li­cher Gegenwart. Die Präsen­ta­tion in Berlin knüpft nun an diese Station an und führt die Ausstel­lung in einem neuen räumli­chen und städti­schen Kontext fort.

Die ukrai­ni­sche Künst­lerin Iryna Vorona arbeitet überwie­gend mit Zeichnung. In Kohle auf Papier entstehen Porträts von Kindern, Frauen und alten Menschen aus Kyjiw, ihrer Heimat­stadt. Die Werke basieren auf persön­li­chen Begeg­nungen und Erleb­nissen und entwi­ckeln sich zu einem visuellen Tagebuch des Krieges. Vorona richtet ihren Blick nicht auf militä­ri­sche Ereig­nisse, sondern auf deren Folgen für den Alltag der Zivilbevölkerung.

Die Zeich­nungen zeichnen sich durch eine große emotio­nale Dichte aus. Feine Linien wechseln sich mit expres­siven, verdich­teten Flächen ab. Gesichter erscheinen verletz­lich, angespannt und erschöpft, zugleich aber präsent und würdevoll. Die Arbeiten vermeiden Pathos oder symbo­li­sche Überhö­hung und bleiben nah an den indivi­du­ellen Schick­salen der darge­stellten Menschen. Gerade in dieser Zurück­hal­tung entfalten sie ihre eindring­liche Wirkung.

Neben den unmit­tel­baren Kriegs­er­fah­rungen thema­ti­siert die Ausstel­lung auch erzwun­gene Migration und das Ankommen in neuen Lebens­um­ständen. Voronas Arbeiten erzählen von Verlust, Entwur­ze­lung und Unsicher­heit, aber ebenso von Zusam­men­halt, Wider­stands­kraft und der Hoffnung auf Frieden. Die Zeich­nungen eröffnen persön­liche Perspek­tiven, die jenseits tages­ak­tu­eller Bericht­erstat­tung liegen.

Kurz nach dem vierten Jahrestag des völker­rechts­wid­rigen russi­schen Angriffs­krieges auf die Ukraine setzt die Ausstel­lung ein bewusst stilles Zeichen. Sie versteht sich nicht als politi­sche Analyse, sondern als künst­le­ri­sche Annähe­rung an eine Realität, die bis heute anhält und zahlreiche Menschen betrifft.

Eine vertie­fende Perspek­tive bietet die Eröff­nungs­rede des Direktors des Kunst­mu­seum Wolfsburg, die auf seiner Rede zur Ausstel­lungs­er­öff­nung basiert und in aktua­li­sierter Form im beglei­tenden Katalog erscheint.
Link zur Eröff­nungs­rede (PDF)

Die Ausstel­lung wird am 26. Februar 2026 um 18 Uhr in der Kommu­nalen Galerie Berlin eröffnet. Zur Einfüh­rung spricht der Kunst­his­to­riker Christoph Tannert. Die Ausstel­lung ist bis zum 10. Mai 2026 zu sehen, der Eintritt ist frei.

Titel­motiv: Angst, 2023, Zeichen­kohle auf Papier