Große Anerkennung: Andreas Beitin nahm in Berlin den AICA-Preis für die “Besondere Ausstellung 2025” entgegen

Einen ganz besonderen Moment durfte unser Direktor Andreas Beitin am vergangenen Samstag im Georg Kolbe Museum in Berlin erleben: Bei rekordverdächtigen Hitzegraden nahm er die Auszeichnung der AICA Deutschland für die „Besondere Ausstellung 2025“ entgegen. Mit der Ehrung würdigt der internationale Kunstkritik-Verband Ausstellungen, die kuratorische Maßstäbe setzen.


Den Preis erhielt die von Andreas Beitin kuratierte Ausstellung Małgorzata Mirga-Tas. Eine alternative Geschichte, die als erste große Einzelausstellung der international renommierten polnischen Künstlerin in Deutschland von 22.11.2025 bis 15.3.2026 im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen war und in enger Zusammenarbeit mit ihr entstand.
Der Fokus der Künstlerin liegt auf dem Leben der Rom*nja, Europas größter ethnischer Minderheit, die in Europa seit Jahrhunderten ausgegrenzt und verfolgt wurde und oftmals immer noch wird. In ihren oft großformatigen textilen „Malereien“ erzählt Mirga-Tas eine andere Geschichte der marginalisierten Gruppe und setzt den diskriminierenden Stereotypisierungen so eindrucksvolle wie anrührende Bilder vom Alltag und auch der Historie der Rom*nja entgegen. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit Małgorzata Mirga-Tas als internationale Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern, Schweiz, sowie dem Henie Onstad Kunstsenter in Norwegen.
Małgorzata Mirga-Tas gelinge es, „nicht nur den Blick für die Problematik der gesellschaftlichen Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung zu schärfen, sondern gleichzeitig einen Perspektivwechsel herbeizuführen und den Raum für neue Verbindungen zu öffnen“, sagte AICA-Jurorin Dr. Ann-Katrin Günzel in ihrer Laudatio zur Preisverleihung am Samstag. Die Ausstellung überzeuge dadurch, „dass sie schon in der räumlichen Setzung einen ästhetischen Erfahrungsraum erschafft, der die Besucher*innen einlädt, teilzuhaben an Geschichte und Geschichten der Rom*nja. (…) Die aktuelle Relevanz dieser Ausstellung ist evident in einem politischen Klima der europaweit erstarkenden rechten Parteien sowie den damit verbundenen Ängsten vor Migration und dem ‚Fremden‘“.
Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und danken insbesondere der Künstlerin für diese besondere Zusammenarbeit. Ein weiterer Dank geht in diesem Zusammenhang einmal mehr an unseren Freundeskreis, der jüngst den Ankauf eines Hauptwerks von Małgorzata Mirga-Tas für die Sammlung ermöglicht hat: Mit dem Werk January aus dem monumentalen 12-teiligen Bilderzyklus Re-enchanting the World (2022) hatte sie bereits auf der 59. Biennale di Venezia 2022 internationales Aufsehen erregt. Als erste Rom*nja-Künstlerin bespielte Mirga-Tas für Polen den nationalen Pavillon.
