François Jacob
Auf der Bühne des Ungefähren
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Rätselhafte Theatralik, Sphären des Unbestimmten und Momente der Verletzlichkeit prägen das Werk des belgischen Malers François Jacob (*1976). Nach seinem Studium an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel entwickelte er eine eigenständige Bildwelt, in der sich Realität und traumhafte Fiktion überlagern. Seine Leinwände wirken wie Bühnenräume: Figuren agieren darin wie Schauspieler*innen in surrealen, oft rätselhaften Choreografien, malerisch ausgeleuchtet und von einer zugleich grotesken wie unheimlichen Atmosphäre umgeben.
Die szenischen Arrangements entziehen sich eindeutigen Interpretationen und eröffnen vielfältige Assoziationsräume. Zugleich verzichtet Jacob bewusst auf zeitgenössische Elemente, wodurch seine Bilder eine universelle Zeitlosigkeit erhalten. Die dargestellten Personen fungieren eher als menschliche Urbilder denn als reale Individuen, wobei Geschlecht und Identität bewusst uneindeutig bleiben. In kargen, monumentalen Landschaften wirken sie verletzlich, während die Natur als beständige und übermächtige Kraft erscheint, die das menschliche Handeln überdauert.
Sein Arbeitsprozess beginnt mit digitalen Kompositionsstudien am Computer, in denen Form, Licht und Linienführung entwickelt werden. Die eigentliche emotionale Intensität entsteht jedoch erst im malerischen Prozess, indem der Künstler mit fein abgestuften Farbtönen und sensiblen Übergängen arbeitet. Auch seine Kohlezeichnungen entfalten durch subtile Verwischungen eine ungeheure Lebendigkeit.
Die Ausstellung François Jacob. Auf der Bühne des Ungefähren ist die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers. Im Kunstmuseum Wolfsburg werden auf rund 400 m2 etwa 60 Gemälde und Zeichnungen gezeigt. Begleitend erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König mit Texten von Andreas Beitin, Larissa Kikol u. a., in der auch ein Interview mit dem Künstler zu lesen sein wird.
Kurator
Andreas Beitin
Kuratorische Assistenz
Linus Jantzen









