François Jacob

Auf der Bühne des Ungefähren

21. 11. 2026 — 28. 3. 2027

Infos

Rätsel­hafte Theatralik, Sphären des Unbestimmten und Momente der Verletz­lich­keit prägen das Werk des belgi­schen Malers François Jacob (*1976). Nach seinem Studium an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel entwi­ckelte er eine eigen­stän­dige Bildwelt, in der sich Realität und traum­hafte Fiktion überla­gern. Seine Leinwände wirken wie Bühnen­räume: Figuren agieren darin wie Schauspieler*innen in surrealen, oft rätsel­haften Choreo­gra­fien, malerisch ausge­leuchtet und von einer zugleich grotesken wie unheim­li­chen Atmosphäre umgeben.

Die szeni­schen Arran­ge­ments entziehen sich eindeu­tigen Inter­pre­ta­tionen und eröffnen vielfäl­tige Assozia­ti­ons­räume. Zugleich verzichtet Jacob bewusst auf zeitge­nös­si­sche Elemente, wodurch seine Bilder eine univer­selle Zeitlo­sig­keit erhalten. Die darge­stellten Personen fungieren eher als mensch­liche Urbilder denn als reale Indivi­duen, wobei Geschlecht und Identität bewusst unein­deutig bleiben. In kargen, monumen­talen Landschaften wirken sie verletz­lich, während die Natur als bestän­dige und übermäch­tige Kraft erscheint, die das mensch­liche Handeln überdauert.

Sein Arbeits­pro­zess beginnt mit digitalen Kompo­si­ti­ons­stu­dien am Computer, in denen Form, Licht und Linien­füh­rung entwi­ckelt werden. Die eigent­liche emotio­nale Inten­sität entsteht jedoch erst im maleri­schen Prozess, indem der Künstler mit fein abgestuften Farbtönen und sensiblen Übergängen arbeitet. Auch seine Kohle­zeich­nungen entfalten durch subtile Verwi­schungen eine ungeheure Lebendigkeit.

Die Ausstel­lung François Jacob. Auf der Bühne des Ungefähren ist die erste insti­tu­tio­nelle Einzel­aus­stel­lung des Künstlers. Im Kunst­mu­seum Wolfsburg werden auf rund 400 m2 etwa 60 Gemälde und Zeich­nungen gezeigt. Beglei­tend erscheint eine Publi­ka­tion im Verlag der Buchhand­lung Walther und Franz König mit Texten von Andreas Beitin, Larissa Kikol u. a., in der auch ein Interview mit dem Künstler zu lesen sein wird.

Kurator
Andreas Beitin

Kurato­ri­sche Assistenz
Linus Jantzen

Magazin

Presse