Tell Me Where Home Is

19. 9. 2026 — 17. 1. 2027

Infos

Was verstehen Menschen heute unter Heimat? Existiert der umstrit­tene Heimat­be­griff überhaupt noch in der Einzahl oder hat „Heimat“ im 21. Jahrhun­dert als geogra­fi­scher Ort ausge­dient? Wie bilden Menschen immer wieder neue Heimaten?

Auch unseren globa­li­sierten und digita­li­sierten Gesell­schaften wohnt eine Sehnsucht nach „Heimat“ inne – obwohl, oder gerade weil sie von Migra­ti­ons­be­we­gungen und ständigem Wandel geprägt sind. Längst hat sich das Spektrum der Gründe für freiwil­lige und unfrei­wil­lige Migration entgrenzt, und fortlau­fende Prozesse der Heimat­bil­dung sind zur gesell­schaft­li­chen Norma­lität geworden.
Die zentrale Frage ist, ob und wie Menschen in diesen bewegten sozialen Gefügen mit all ihren Kontro­versen Heimaten finden.

Hauser und Städte, Länder und Landschaften, Familie, Freund*innen und Gemein­schaften, Religion, Musik und Sprache, kultu­relle Praktiken, Essen, digitale Platt­formen oder soziale Netzwerke – im Spannungs­feld zwischen Erinne­rung und Gegenwart können Heimaten verschie­dene Formen annehmen. Tell Me Where Home Is unter­sucht diese Entwick­lungen im globalen Spiegel der Kunst des 21. Jahrhun­derts, in der sich zahlreiche Künstler*innen poetisch, metapho­risch oder direkt dring­li­chen Fragen rund um Heimaten, Migration und Zugehö­rig­keit stellen.

Mit rund 160 Kunst­werken und viel Platz zum Verweilen lädt Tell Me Where Home Is zum Nachdenken über persön­liche und kollek­tive Heimat­kon­zepte und zu trans­kul­tu­rellen Begeg­nungen ein. Ziel der Ausstel­lung ist es, Verständnis für Traumata zwangs­mi­grierter Menschen zu wecken und die Akzeptanz von Vielfalt in der Bildung neuer Gemein­schaften anzuregen: Heimaten überall, für alle.

Einzelne Ausstel­lungs­be­reiche werden von den Kooperationspartner*innen, der Abteilung für Inter­na­tio­nale Urbanistik und Entwerfen der Univer­sität Stuttgart und dem Institut für Zeitge­schichte und Stadt­prä­sen­ta­tion, Wolfsburg, aus „glokaler“ Perspek­tive gestaltet. Ein fachüber­grei­fender wissen­schaft­li­cher Beirat beglei­tete die Entwick­lung von Tell Me Where Home Is, zu der eine trans­dis­zi­pli­nare, reich bebil­derte Publi­ka­tion entstanden ist (dt./engl., ca. 300 Seiten), in der namhafte Autor*innen sowie auch die teilneh­menden Künstler*innen zu Wort kommen. 39 € im Museums­shop und online.

Künstler*innen: Bani Abidi, Nevin Aladağ, Halil Altındere, Kader Attia, Alkan Avcıoğlu, Yael Bartana, Birgit Brenner, Jenna Burchell, Ana Maria Caballero, Ishita Chakra­b­orty, Tiffany Chung, Anna Ehren­stein, Alia Farid, Larissa Fassler, Gauri Gill, Patrick Goddard, Shilpa Gupta, Manaf Halbouni, Hannah Haller­mann, Anawana Haloba, Jeppe Hein, Sky Hopinka, Pieter Hugo, Tao Hui, Courage Hunke, Nadira Husain, Evan Ifekoya, Alfredo Jaar, Hayv Kahraman, Šejla Kamerić, Bronwyn Katz, Kiluanji Kia Henda, Atiye Noreen Lax, Shannon T. Lewis, Christian Manss, Olaf Metzel, Cristina de Middel, Radenko Milak, Johnny Miller, Carlos Motta, Alex Müller, Hira Nabi, Marina Naprush­kina, Shirin Neshat, Coco Olakunle, Grit Richter, Odur Ronald, Ritu Sarin &  Tenzing Sonam, Titus Schade, Diana Scherer, Abeer Seikaly, Mithu Sen, Tracey Snelling, Inga Somdyala, Nasan Tur, Duncan Wylie, Lu Yang, Ciğdem Yüksel, Julia Zejn, 0001 (Kollektiv)

Kuratorin
Uta Ruhkamp

Kurato­ri­sche Assistenz
Linus Jantzen und Anne Rybka

Magazin

Presse