Mit zwei neuen Ausstellungen setzt das Kunstmuseum Wolfsburg seinen Kunstherbst fort: François Jacob entführt in rätselhafte Bildwelten zwischen Theater und Traum, während Aïcha Khorchid in farbintensiven Gemälden ihre persönliche Lebensgeschichte und die Suche nach Identität verarbeitet. Beide Positionen werden erstmals in Deutschland im Rahmen institutioneller Ausstellungen präsentiert.

Am 20. November 2026 eröffnet das Kunstmuseum Wolfsburg gleich zwei neue Malerei-Ausstellungen, die unterschiedliche, zugleich faszinierende Zugänge zur zeitgenössischen Malerei eröffnen. Mit François Jacob. Auf der Bühne des Ungefähren und Aïcha Khorchid. Das Meer ist nicht blau begegnen sich zwei künstlerische Positionen, die auf ganz eigene Weise zwischen Realität und Imagination, persönlichen Erfahrungen und offenen Deutungsräumen vermitteln.

François Jacob. Auf der Bühne des Ungefähren

Die Gemälde und Zeichnungen des belgischen Malers François Jacob wirken wie Szenen aus einem rätselhaften Theaterstück. Figuren bewegen sich durch surreale Bildräume, begegnen einander in ungewöhnlichen Konstellationen und scheinen in einer Choreografie gefangen, deren Regeln im Unklaren bleiben. Theatralik, Momente der Verletzlichkeit und eine Atmosphäre des Unbestimmten prägen seine Werke, die sich einer eindeutigen Interpretation bewusst entziehen.

Indem Jacob auf konkrete zeitgenössische Bezüge verzichtet, verleiht er seinen Bildwelten eine besondere Zeitlosigkeit. Seine Werke eröffnen Räume für Assoziationen und laden dazu ein, eigene Geschichten und Bedeutungen zu entdecken. Die Ausstellung versammelt rund 80 Gemälde und Zeichnungen und bietet damit einen umfassenden Einblick in das faszinierende Schaffen des Künstlers.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine 200-seitige Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König. Sie enthält Beiträge von Larissa Kikol, Olivier Duquenne und Andreas Beitin sowie ein Interview mit dem Künstler.

Aïcha Khorchid. Das Meer ist nicht blau

Eine ganz andere, ebenso eindringliche Bildsprache entfaltet die in Pakistan geborene Künstlerin Aïcha Khorchid. Ihre farbmächtigen Gemälde erzählen von persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen und der Suche nach Geborgenheit und Identität. Die großformatigen Werke auf Holztafeln spiegeln Erlebnisse aus ihrem postmigrantischen Leben in der Normandie und in Paris wider und verbinden individuelle Lebensgeschichte mit universellen Fragen nach Zugehörigkeit und Selbstfindung.

Bemerkenswert ist auch der Weg der Künstlerin zur Malerei: Erst im Alter von 39 Jahren begann Khorchid, sich autodidaktisch mit dem Medium auseinanderzusetzen. Ihre Bilder sind für sie Ausdruck eines zutiefst persönlichen Prozesses. „Jedes Gemälde ist ein intimer Moment, ein Pflaster auf meinen Wunden“, beschreibt sie ihre Arbeit.

Mit kraftvollen Farben und einer unmittelbaren Bildsprache schafft Khorchid Werke, in denen sich Verletzlichkeit, Selbstbehauptung und die Suche nach einem eigenen Platz in der Welt begegnen. Nach ihrer Beteiligung an einer Ausstellung in der Albertina in Wien widmet das Kunstmuseum Wolfsburg der Künstlerin erstmals eine institutionelle Einzelausstellung.

Gemeinsame Eröffnung am 20. November

Die Eröffnung beider Ausstellungen findet am Freitag, 20. November 2026, um 19 Uhr im Kunstmuseum Wolfsburg statt. Museumsdirektor Andreas Beitin gibt eine Einführung in die von ihm kuratierten Ausstellungen. Im Anschluss spricht Alexander Homann, Botschaftsrat und Leiter der Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft – Ostbelgien, Föderation Wallonie-Brüssel und Wallonien der Botschaft Belgiens in Berlin, ein Grußwort.
Ab 21 Uhr wird die Eröffnung bei einer Party mit DJ LCavaliero und Drinks fortgesetzt.
Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei.

Beide Ausstellungen sind vom 21. November 2026 bis zum 29. März 2027 im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen.

Eröffnung: Freitag, 20. November 2026, 19 Uhr
Party: ab 21 Uhr mit DJ LCavaliero und Drinks
Ausstellungszeitraum: 21. November 2026 bis 29. März 2027
Ort: Kunstmuseum Wolfsburg
Eintritt zur Eröffnung: frei