Julian Charrière
Midnight Zone
Infos
Inmitten der pazifischen Tiefsee strahlt gleißendes Licht durch eine rotierende Fresnellinse, gigantische submarine Gletscher türmen sich über den Betrachtenden auf und Taucher*innen schweben scheinbar schwerelos in mexikanischen Cenoten. Die Ausstellung Midnight Zone des französisch-schweizerischen Künstlers Julian Charrière (*1987) präsentiert in der großen Halle des Kunstmuseum Wolfsburg eine faszinierende Auseinandersetzung mit der geheimnisvollen Welt des Wassers.
Die multimedialen Werke von Julian Charrière verbinden Kunst, Umwelt und Wissenschaft. Im Zentrum der Ausstellung steht das bedeutendste Element irdischen Lebens: Wasser. Es ist Grundlage der Biosphäre unseres Planeten, Lebensraum unzähliger Organismen und zugleich hart umkämpfte Ressource. Daher beleuchtet die Schau neben den sinnlichen und metaphorischen Ebenen, die mit dem Element Wasser einhergehen, auch eine Vielzahl politischer Bezüge, wie etwa die weltweite Wasserverschmutzung und Versauerung der Ozeane, das durch die menschengemachte Klimakatastrophe bedingte Abschmelzen von Gletschern und Polkappen, oder die Bedrohung der Meeresgründe durch Tiefseebergbau.
Die „Midnight Zone“ – womit in der Wissenschaft der absolut lichtfreie Bereich von Meeren in einer Tiefe zwischen 1.000 und 4.000 Metern bezeichnet wird – steht im Fokus von Charrières aktuellem Kunstschaffen. So zeigt das titelgebende Video der Schau Lichtstrahlen, welche von einer sich drehenden Fresnellinse – die ursprünglich für Leuchttürme entwickelt wurde – in die nachtschwarze Tiefe des Pazifischen Ozeans geleitet werden. Schwärme verschiedenster Fischarten werden wie magisch vom Licht angezogen und umkreisen die Linse. Dadurch offenbart Charrière den erstaunlichen Reichtum an Lebewesen, selbst in diesen uns kaum bekannten Zonen, und weist zugleich auf die Schutzbedürftigkeit dieser Region hin.
Julian Charrière. Midnight Zone ist die bislang größte Einzelausstellung des weltweit renommierten Künstlers. Die in Kooperation mit dem Museum Tinguely in Basel, Schweiz, realisierte Schau schafft in einer eigens für das Kunstmuseum Wolfsburg entwickelten Szenografie einen immersiven Erfahrungsraum, in dem Bild, Ton und Körper miteinander verschmelzen und die Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Wasser, Ozeanen und die Artenvielfalt in deren Tiefen auf künstlerisch transformierte Weise in Form von Video- und Soundarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Installationen multisensorisch erlebbar wird.
Anlässlich der Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler eine wissenschaftlich fundierte und reich bebilderte Publikation entstanden. Mit Texten von Stacy Alaimo, Rachel Carson, Susan Casey, Peter H. Gleick, Peter Godfrey-Smith, Amorina Kingdon, Geraldine Kirrihi Barlow, Sara A. Rich und Helen M. Rozwadowski sowie einem ausführlichen Interview mit Julian Charrière, geführt von Andreas Beitin und Roland Wetzel. (Herausgegeben von Andreas Beitin und Roland Wetzel, engl., mit dt. Übersetzungen via QR-Code), 272 Seiten, im Museumsshop und unter kunstmuseum.ticketfritz.de für 45 € erhältlich.
Kuratoren
Andreas Beitin, Dino Steinhof
Kuratorische Assistenz
Anne Rybka
Publikation

Julian Charrière. Midnight Zone – Publikation engl.
Das gleißende Licht einer Fresnellinse inmitten der pazifischen Tiefsee, gigantische Gletscherlandschaften unter Wasser und Taucher*innen, die in den mexikanischen Cenoten wie schwerelos zu schweben scheinen – die Ausstellung Midnight Zone des französisch-schweizerischen Künstlers Julian Charrière (*1987) präsentiert in der großen Halle des Kunstmuseum Wolfsburg eine faszinierende Auseinandersetzung mit der geheimnisvollen Welt des Wassers.
Anlässlich der Ausstellung Midnight Zone von Julian Charrière im Kunstmuseum Wolfsburg ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler eine reich bebilderte Publikation erschienen. Hochwertige, eindrucksvoll reproduzierte Bildstrecken und die Verwendung unterschiedlicher Papiere machen die Publikation auch haptisch zu einem besonderen Erlebnis. Sie versammelt Texte von Stacy Alaimo, Rachel Carson, Susan Casey, Peter H. Gleick, Peter Godfrey-Smith, Amorina Kingdon, Geraldine Kirrihi Barlow, Sara A. Rich und Helen M. Rozwadowski sowie ein ausführliches Interview mit Julian Charrière, geführt von Andreas Beitin und Roland Wetzel.
Die Publikation erscheint in englischer Sprache (mit deutschen Übersetzungen per QR-Code), umfasst 272 Seiten.
Magazin
Presse
Die Ausstellung in Wolfsburg nimmt einen gleichsam wie bei einem Tauchgang immer tiefer mit ins Meer hinein. In Dimensionen, in denen Raum und Zeit verschwimmen und in der sich nach Vorstellung des Künstlers im besten Fall ganz neue Erfahrungen machen lassen.
NDR online, 16.3.2026, Janek Wiechers
Die Ausstellung will den Einfluss der Menschheit auf diese vom Künstler so spektakulär inszenierten Naturräume sichtbar machen.
Braunschweiger Zeitung, 14.3.2026, Amelie Befeldt
Charrières multimediale Kunst wirkt wichtig und wuchtig, denn sie zielt immer aufs Planetarische. In Wolfsburg, wo sich alles um das Thema Wasser dreht, lässt der Künstler nackte Apnoe-Taucher durchs dunkle Wasser schweben, setzt einen antiken Brunnen in Flammen, versucht einen Eisberg mit einem Flammenwerfer zu schmelzen und spiegelt ein kleines Öllicht auf einer glänzenden Graphitfläche.
Hannoversche Allgmeine Zeitung, 14.3.2026, Ronald Meyer-Arlt
Charrières Kunstwerke sind Wissenschaft, mit aufwändigen technischen Mitteln perfekt aufgenommen. Sie fordern durchaus unser naturwissenschaftliches Denkvermögen, um ihre Komplexizität voll zu erfassen. Das ist faszinierend. Doch ebenso ist es ein großer Genuss, die gezeigten Phänomene in ihrer Präsentation rein als Kunstwerke emotional auf uns wirken zu lassen, absolut ohne Gedanken an jegliche Uni-Vorlesung.
Inartberlin.com, 13.3.2026
Charrière zeigt zum Beispiel gigantische Eisberge aus ungewöhnlichen Unterwasser-Perspektiven. Er lässt sie an den Zuschauern vorbeiziehen und bietet ihnen so ein außergewöhnliches Erlebnis. (Mit diesen sinnlichen Erlebnissen möchte der Multimedia-Künstler auf die Bedrohung dieser weitgehend unerforschten Welt hinweisen.
Hamburger Abendblatt, 24.2.2026











