Paolo Pellegrin

Fragile Wunder

25. 11. 2023 — 17. 3. 2024

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Ein gigan­ti­scher Eisberg, glühende Lava, karge Landschaften, mächtige Vegeta­tion, grenzen­lose Vogel­schwärme und entrückte Tierwelten – Paolo Pelle­grins (*1964) fotogra­fi­sche Ausein­an­der­set­zung mit dem Anthro­pozän ist eine bildge­wal­tige Reise ins Ungewisse. Ein Jahr lang spürte er von Island bis Grönland, von Sizilien bis Südtirol und von Namibia bis Costa Rica dem Zustand der Natur nach. Die Wurzeln dieses Projektes liegen in einer Expedi­tion in die Antarktis, die Pellegrin 2017 gemeinsam mit einer NASA-Gruppe unternahm. Das Kunst­mu­seum Wolfsburg zeigt in einer umfas­senden Ausstel­lung erstmals in Deutsch­land die eindrucks­voll direkten, aber auch poeti­schen und bisweilen surreal wirkenden Fotogra­fien und Projek­tionen der globalen Natur­ana­lyse des italie­ni­schen Fotografen.

Ausge­zeichnet mit zehn World Press Photo Awards, diversen Photo­gra­pher of the Year Awards, dem Robert Capa Gold Medal Award und vielen weiteren Ehrungen ist Paolo Pellegrin einer der berühm­testen Dokumentar- und Kriegs­fo­to­grafen unserer Zeit. Dabei bestechen seine Fotogra­fien nicht nur durch ihren dokumen­ta­ri­schen Wert, sondern auch durch ihre ästhe­ti­sche Kraft. Sie sind mehr als reine Repor­ta­ge­fo­to­grafie, denn schon lange hat er die Bildschärfe zugunsten eines breiten Spektrums von Licht und Schatten aufge­geben. So sind auch seine jüngsten Natur­fo­to­gra­fien, die sich an den vier Elementen orien­tieren, von einer persön­li­chen Suche motiviert: „Ja, natürlich geht es um Landschaften und Natur, aber ich muss sie trans­for­mieren. […] Ich suche nach dem Erhabenen.“ Ob in Farbe oder in Schwarz-Weiß, Paolo Pellegrin legt die Struk­turen und Muster, die Oberflä­chen, die enorme Kraft aber auch die Verwund­bar­keit unseres Planeten frei. Seine Fragilen Wunder erzählen nicht nur vom Klima­wandel, sondern öffnen Raum für neue, würde­volle Betrach­tungs­er­fah­rungen der Natur jenseits der Katastrophen.

Die Ausstel­lung wurde für das Museum Intesa Sanpaolo in Turin entwi­ckelt und in Zusam­men­ar­beit mit Magnum Photos für das Kunst­mu­seum Wolfsburg angepasst und erweitert. Bereits 2001 nominiert, ist Paolo Pellegrin seit 2005 Mitglied der renom­mierten Fotoagentur Magnum.

Paolo Pellegrin, Sonoyta, Sonoran Desert, MEXICO, May 2019 © Paolo Pellegrin/Magnum Photos